Samstag, Mai 31, 2008

Umgezogen


Nee, das Blog ist nicht schon wieder umgezogen!

Ich habe einige Abende damit verbracht, die Handpuppen umzuziehen. Das waren mal (von rechts nach links): Doktor, Seppl, Gretel und der Weihnachtsmann. Unsere Kinder spielen (leider) wenig mit den Handpuppen, und sie sind, finde ich, wirklich zu schade, um herumzuliegen.

Ich habe sie umgezogen, um damit kleineren Kindern biblische Geschichten zu erzählen. Unter der grünen Filzmütze verbirgt sich zum Beispiel noch die rote Mütze des Weihnachtsmanns, unter der gestrickten Mütze des ehemaligen Seppl ein grünes Filzhütchen, falls die Herren Besitzer 'mal einen Rückbau wünschen. Mir ist klar, daß gestrickte Mützen nicht ganz biblisch-stilecht sind, aber 'was besseres ist mir nicht eingefallen. "Gretel", die jetzt schwarzes Haar aus Sockenwolle hat, brauche ich nicht gleich, denn zuerst will ich die Geschichte vom verlorenen Sohn spielen. (Lukasevangelium, Kapitel 15)

Dabei tragen erst alle die einfachen Gewänder. In der Szene, in der der Sohn seinen Lebensunterhalt als Schweinehirt verdienen muß, wobei es ihm dreckig geht und er sich nach Hause zurücksehnt, trägt er das gestrickte Obergewand (mit eingestrickten Löchern und "Flicken"). Zum Schluß, wenn erzählt wird, daß sein Vater ein Fest für seinen zurückgekehrten Sohn ausrichten läßt, erhält er das festliche Gewand (rot-gold-gestreift; auf dem Foto trägt es "aus technischen Gründen" die "Vaterpuppe", also der ehemalige Weihnachtsmann). Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr?! Jedenfalls hat's Spaß gemacht, die Puppen umzuziehen.


Dann will ich noch schnell erzählen, daß wir neulich im TIPI ZELT AM KANZLERAMT waren, bei Rainald Grebe "1968". Großartig! Wer Kleinkunst mag und Gelegenheit hat, sollte unbedingt hingehen. Wir waren jedenfalls begeistert. Und bevor ich jetzt lange versuche, meine Begeisterung in Worte zu fassen, verweise ich auf diesen Text von Juli Zeh . Sie spricht mir nämlich voll aus dem Herzen! ;-) :-)

Teamwork

Stoffauswahl/Design: Sohn
Zuschneiden, Zusammenstecken: Mama
Nähen, wenden, stopfen, von Hand schließen: Sohn
Ergebnis: ein Geburtstagsgeschenk für die (Puppe der besten) Freundin

Montag, Mai 19, 2008

Geburtstagsgeschenk

Und hier kommt noch, wie angekündigt, das Bild vom Geburtstagsgeschenk. Dieses Kissen hatte der Jüngste sich aus der Wohnung meines verstorbenen Vaters mitgenommen. Seit dem liegt es in seinem Bett, hatte aber keinen schönen Bezug. Das Kreuzstichbild auf dem Kissen ist nach einer der Kinderbuchillustrationen von Beatrice Potter entworfen worden.

Schon bevor ich das erste Mal schwanger wurde, habe ich ein Buch mit ihren Geschichten gekauft, weil mir die Illustrationen so gut gefielen, und mir ausgemalt, meinen Kindern daraus vorzulesen. Tatsächlich habe ich dann doch wenig daraus vorgelesen. Die Geschichten sind so hochmoralisch, wie es wohl für die Kinderliteratur dieser Zeit typisch ist. Aber die Illustrationen mögen wir alle. Und so war es eben mehr ein Bilderbuch.

Ich weiß nicht, wie das bei anderen Kindern dieses Alters ist. Meine mögen Niedliches eigentlich ganz gern. In die Schule würden sie so 'was natürlich nie mitnehmen. Aber zu Hause...

Die Nähmaschine und ich werden vielleicht noch Freundinnen?! Es geht immer besser.

Herzlichen Dank für die Grüße und nachträglichen Glückwünsche an das Geburtstagskind. Ich hab's ausgerichtet! :-)

Ich freue mich sehr, daß Euch die Restedecke so gut gefällt. Antje hat sogar schon angefangen, auch eine zu stricken. Viel Spaß wünsche ich Dir weiter dabei, liebe Antje!

Samstag, Mai 17, 2008

Kindergeburtstagsimpressionen

... hatte letzte Woche Geburtstag, und wir haben Kindergeburtstag gefeiert...

Ich hätte keine Papierluftschlangen in den Flieder- und Schneeballstrauß gehängt, aber das Geburtstagskind fand das ganz toll... Geschmäcker sind eben verschieden.

Natürlich gab's Kuchen zu essen: einen, auf dem man die Kerzen auspusten konnte, sehr wichtig! Und dann noch einen aus Kakao und Nüssen und Sahne und Früchten, auch wichtig... ;-)








Wir haben gespielt und getobt, erzählt, gelacht und gesungen. Angenehmerweise haben die Kinder miteinander sehr schön gespielt und brauchten keine Friedensrichter.



Und
K
aleidoskope haben wir gebastelt. Ich überlege mir für Kindergeburtstage immer 'was zum Basteln. Erstens weiß man ja nie, wie das Wetter zu den Eisheiligen wird. Zweitens nehmen die Kinder auch gern und stolz etwas nach Hause mit, das sie gebastelt haben.

Im nächsten Beitrag zeige ich dann, welches Geschenk ich "handgemacht" habe...


Montag, Mai 12, 2008

Frohe Pfingsten!

Ein frohes Pfingstfest wünsche ich Euch und danke herzlich für die Pfingstgrüße in den Kommentaren zum letzten Eintrag. Da kann ich auch gleich noch meinen Pfingstkranz zeigen. Ich habe ihn am Samstag aus Buchsbaum gebunden. Die Taube ist aus Bastelfilz genäht und mit Füllwatte gefüllt. Die Vorlage dafür habe ich 'mal hier gefunden, ein tolles Blog übrigens, in dem zu Stöbern sich lohnt, falls Ihr es noch nicht kennt. (Den Ölzweig habe ich bei meiner Taube nicht vergessen, sondern absichtlich weggelassen, weil Pfingsten ja nicht Noahs Fest ist, sondern das des Heiligen Geistes.)

Ich freue mich, daß mich Euch die Verwurstungsidee gefällt und schreibe gern auf, wie ich es gemacht habe:
- 12 M auf ein Nadelspiel, also 3 pro Nadel,
- 1. Runde: 1M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 1M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 1M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 1M re., 1 zun., 2 re., 1 zun.,
- 2. Runde: re. stricken,
- 3. Runde: 3M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 3M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 3M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 3M re., 1 zun., 2 re., 1 zun.,
- 4. Runde: re. stricken,
- 5. Runde: 5 M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 5 M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 5 M re., 1 zun., 2 re., 1 zun., 5 M re., 1 zun., 2 re., 1 zun.,
- 6. Runde: re. stricken...
- So im Wechsel fortfahren: In einer Runde jeweils vor und nach den 2 re. Maschen je eine Masche zunehmen, in der nächsten Runde alle Maschen rechts stricken. Im Prinzip also wie ein Raglan von oben, nur ohne "Kopfloch".
- Wenn die gewünschte Größe fast erreicht ist oder die Reste aufgebraucht sind, werden die letzten Runden rechts und links im Wechsel gestrickt. (Wer so faul ist wie ich, kann an dieser Stelle auch vom Runden- zum Reihenstricken übergehen, um weiter nur rechts zu stricken, die kleine Naht ist ja schnell geschlossen.)
- Je nach dem, ob man die Zunahmen rechts oder rechts verschränkt abstrickt, ergeben sich größere oder kleinere Löcher rechts und links der Schrägen.
- Als sie fertig war, lag die Decke nicht ganz plan, und sie ist auch nicht ideal quadratisch. Das Problem läßt sich aber verringern, wenn man im noch leicht feuchten Zustand zu zweit an ihr herumzerrt. Spannen wäre natürlich auch gut, aber ich hätte nicht gewußt, wo ich das machen sollte.
- Meine Rundstricknadel ist 120cm lang; es wird dann am Ende wirklich eng auf der Nadel, aber es geht.
- Ich weiß nicht genau, wie lange ich daran gestrickt habe, ich glaube, ich habe im Januar oder Februar angefangen. Es dauert natürlich, aber es ist nicht so langweilig gewesen, wie ich befürchtet hatte. Erstens fand ich ganz interessant, welche immer neuen Farbkombinationen sich ergeben, zweitens fiel mir bei vielen Resten wieder ein, für wen ich was daraus gestrickt hatte und konnte meinen Gedanken nachhängen. Eine gute Unterstützung war auch diese Anschaffung ;-) :-)!
- Über das "Vergnügen", alle Fäden zu vernähen, breite ich den Mantel des Schweigens...

Zum Abschluß noch: Die Idee ist mir wirklich selbst gekommen, aber ich kann natürlich nicht ausschließen, daß sie vor mir schon jemand hatte. Wenn also jemand das Recht auf Erstveröffentlichung der Idee beanspruchen sollte: Meldet Euch gern bei mir, dann wird der Hinweis verlinkt!

Samstag, Mai 10, 2008

Sockenwollresteverwurstungsdecke

Ein langes Wort für ein (für meine Verhältnisse) großes Stück. Alle Reste vierfädiger Sockenwolle und zwei ungeliebte Knäuel habe ich zu dieser Decke verwurstet. Hauptsächlich wollte ich einfach die Reste loswerden, und der leere Restekorb (der nur mit Sockenwollresten gefüllt war) macht mich tatsächlich richtig froh. Ich fühle mich erleichtert. Und die Decke gefällt mir besser, als ich gedacht hätte. (Jule mag die Decke eigentlich auch, sie wollte wohl nur nicht fotografiert werden.) Wie man an den Farben sieht, stricke ich hauptsächlich Socken für Jungs und Männer.


Die Decke ist in Runden gestrickt, glatt rechts, am Rand kraus rechts mit doppeltem Faden auf einer 4,5er Nadel, und ich habe aufgehört, als die Wolle so gut wie verbraucht war und nichts mehr auf die Nadel paßte.


Und so schön ist der Frühling! Von meinem Schreibtisch aus gucke ich auf blühenden Flieder und genieße seinen Duft. Hinter unserem Garten liegt eine Brache und dann kommt das Rapsfeld. Und abends erschrecken mich brummende Maikäfer, die sich vom Licht anlocken lassen und ins Zimmer verirren.
Habt herzlichen Dank für die Kommentare und Ermunterungen zu den Topflappen. Ich muß gestehen, daß ich sie tatsächlich noch nicht benutzt habe. Sie hängen noch immer dekorativ in der Küche herum. Stattdessen habe ich angefangen, ein paar einfache Topflappen aus Baumwollgarn zu häkeln... Und Lust, mehr zu nähen, habe ich auch bekommen!

Nach Pfingsten mache ich hoffentlich eine ausführliche Blogrunde und sehe, was alle inzwischen so getrieben haben. Ich hoffe, es nimmt mir niemand übel, daß ich schon wieder so lese- und kommentarfaul war! Es liegt wirklich nicht daran, daß es mich nicht interessiert. Ich mag nur oft einfach nicht mehr auch noch lange "privat" am Schreibtisch sitzen und tippen...