Umgezogen

Ich habe einige Abende damit verbracht, die Handpuppen umzuziehen. Das waren mal (von rechts nach links): Doktor, Seppl, Gretel und der Weihnachtsmann. Unsere Kinder spielen (leider) wenig mit den Handpuppen, und sie sind, finde ich, wirklich zu schade, um herumzuliegen.
Ich habe sie umgezogen, um damit kleineren Kindern biblische Geschichten zu erzählen. Unter der grünen Filzmütze verbirgt sich zum Beispiel noch die rote Mütze des Weihnachtsmanns, unter der gestrickten Mütze des ehemaligen Seppl ein grünes Filzhütchen, falls die Herren Besitzer 'mal einen Rückbau wünschen. Mir ist klar, daß gestrickte Mützen nicht ganz biblisch-stilecht sind, aber 'was besseres ist mir nicht eingefallen. "Gretel", die jetzt schwarzes Haar aus Sockenwolle hat, brauche ich nicht gleich, denn zuerst will ich die Geschichte vom verlorenen Sohn spielen. (Lukasevangelium, Kapitel 15)
Dabei tragen erst alle die einfachen Gewänder. In der Szene, in der der Sohn seinen Lebensunterhalt als Schweinehirt verdienen muß, wobei es ihm dreckig geht und er sich nach Hause zurücksehnt, trägt er das gestrickte Obergewand (mit eingestrickten Löchern und "Flicken"). Zum Schluß, wenn erzählt wird, daß sein Vater ein Fest für seinen zurückgekehrten Sohn ausrichten läßt, erhält er das festliche Gewand (rot-gold-gestreift; auf dem Foto trägt es "aus technischen Gründen" die "Vaterpuppe", also der ehemalige Weihnachtsmann). Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr?! Jedenfalls hat's Spaß gemacht, die Puppen umzuziehen.
Dann will ich noch schnell erzählen, daß wir neulich im TIPI ZELT AM KANZLERAMT waren, bei Rainald Grebe "1968". Großartig! Wer Kleinkunst mag und Gelegenheit hat, sollte unbedingt hingehen. Wir waren jedenfalls begeistert. Und bevor ich jetzt lange versuche, meine Begeisterung in Worte zu fassen, verweise ich auf diesen Text von Juli Zeh . Sie spricht mir nämlich voll aus dem Herzen! ;-) :-)



















