Montag, November 27, 2006

Zwischenmeldung

Nachdem mich in der letzten Woche neben den normalen Beschäftigungen vor allem die "Geburtstagsfeierlichkeiten" (der Große wurde 9) beschäftigt hatten, konnte ich gestern abend den Denim-Pullover fertigstricken. Ein Bild gibt's dann, wenn er richtig fertig ist, was sich aber noch ein bißchen hinziehen kann. Denn ich muß ja noch die Fäden vernähen. (Das schiebe ich immer vor mir her, weil es so langweilig ist.) Dann muß er gewaschen werden, damit er einläuft. (Kein Problem, das macht ja die Maschine.) Und dann muß er noch zusammengenäht werden. (Das schiebe ich auch immer vor mir her, weil ich mich beim Zusammennähen jedesmal von Neuem dämlich anstelle...)

Sonntag, November 19, 2006

Gegen Neonazis in Seelow

Zum Tag der Demokraten nach Halbe zu fahren, hatte ich, ehrlich gesagt, gar nicht vor. Dort war eine große Gegenveranstaltung zu der Neonazidemonstration vor dem Volkstrauertag geplant.

Aber dann kam doch alles anders. Zuerst bestätigte das Bundesverfassungsgericht in der letzten Woche die Auflagen für den Neonaziaufmarsch, ihr sogenanntes Heldengedenken, das sie jährlich in Halbe abhalten, auf dem - glaube ich - größten Soldatenfriedhof (für deutsche Soldaten) innerhalb Deutschlands. Weil sich die Veranstalter nicht mit den Auflagen abfinden wollten, oder vielleicht auch, weil ihnen die Nachbarschaft zum "Tag der Demokraten" nicht behagte, verlegten sie ihr "Heldengedenken" kurzerhand in die kleine Kreisstadt Seelow bei uns hier in der Nähe.
Dort sind auf dem städtischen Friedhof 649 deutsche Soldaten begraben, die bei der Schlacht um die Seelower Höhen gefallen waren. Daß die Neonazis vor der Tür standen, kam also für Stadt und Landkreis ganz überraschend, und einige Menschen haben sich große Mühe gegeben, schnell eine Gegendemonstration zu organisieren. Da sind wir dann doch hingefahren, auch in der Hoffnung, daß sich hier keine üble Tradition entwickelt.
Ich glaube, seit der letzten "Lebensphase" der DDR, habe ich nicht mehr so viel Polizei gesehen. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Aber diesmal wirkten die Polizisten trotz martialischer Ausrüstung entspannt und freundlich. Und ich habe es genossen, keine Angst vor ihnen zu haben. So habe ich auch ganz persönlich wieder den Wert dessen erlebt, in einer Demokratie zu leben, so viel ich im Alltag oft an ihr herumzumäkeln habe.
Da die beiden Veranstaltungen streng voneinander getrennt blieben, kann ich über den Aufmarsch der anderen Seite gar nichts schreiben. Das Wissen, daß sie da waren, ist aber meiner Meinung nach beunruhigend genug! Ich muß mir ihre Parolen nicht anhören und das Dröhnen ihrer Stiefel nicht hören, um Angst vor ihnen zu haben.

Donnerstag, November 16, 2006

Hurra!

Kaum zu glauben, aber mein verschollenes Wichtelpäckchen ist doch tatsächlich heute am Bestimmungsort eingetroffen, nach – auf den Tag genau – dreiwöchiger Reise. Wo es sich wohl inzwischen die Zeit vertrieben hat? Aber egal, ich bin einfach nur froh über dieses Happyend!

Und da ist es also: mein erstes Nadelmäppchen. Der geneigte Betrachter wird mühelos erraten, daß die Empfängerin eine große Elefantenfreundin ist. Das Motiv ist nach einer Vorlage von The Prairie Schooler gestickt ("Two by two", Book 71).
Herzlichen Dank für gute Wünsche und Daumendrücken! Es hat geholfen!
Und an die Strickerinnen: Guckt einfach nicht hin! Kreuzstickerinnen wie ich finden so was schön! ;-) :-)))




Dienstag, November 14, 2006

Lust und Frust

Ich melde mich auch mal wieder aus der Versenkung. Auf der Frustseite zu verbuchen ist, daß ich zu wenig Zeit zum Handarbeiten habe. Einfach zu viel anderes zu tun. Deshalb zieht sich das Stricken eines Pullovers für Martin ganz schön in die Länge. Dabei ist es eigentlich ein sehr schönes Modell ("Torsten" von Kim Hargreaves), gehört also - so gesehen - eigentlich auf die Lustseite. Ich stricke gern Zopfmuster, besonders solche wie dieses, die man ohne Zopfnadel arbeiten kann. Das Garn verstrickt sich so angenehm, wie man es von einem Baumwollgarn nur erwarten kann. Aber ich hänge immer noch der Illusion an, daß ein Kinderpullover relativ schnell ginge. Dabei merke ich dann erst beim Stricken wieder, daß ein Pulli in Größe 152 nicht wirklich deutlich schneller fertig ist als einer für Erwachsene... Und hier kommt noch dazu, daß das Denimgarn ja einläuft, der Pullover also ein ganzes Stück länger gestrickt werden muß, als er am Ende dann sein soll. Na ja. So zieht es sich eben frustrierend lang hin.

Mein anderer Frust gehört in die Kategorie "Wichtelerfahrungen": Mein Herbstwichtel (für die Kreuzstichliste) ist nach bald drei Wochen immer noch nicht bei seiner Empfängerin in der Schweiz angekommen. Geizig, äh, sparsam wie ich bin, habe ich es unversichert verschickt, und nun stehe ich dumm da. Inzwischen habe ich mich schon bei den anderen Teilnehmerinnen darüber "ausgeheult" und viel Tröstendes zu lesen bekommen, vor allem die merkwürdigsten Geschichten über Erfahrungen mit Postlaufzeiten. Vielleicht kommt es ja doch noch an. Vor allem bin ich froh, daß meine Wichtelpartnerin ganz verständnisvoll reagiert. Aber traurig wäre ich schon, wenn das Päckchen endgültig verschollen bliebe, denn ich hatte mir echt Mühe gegeben mit diesem Wichtelchen und wollte es auch so gern hier stolz zeigen...

Habt herzlichen Dank für Eure Kommentare und Komplimente zu den Stulpen. Das hat mir sehr gut getan, denn hier zu Hause wurden sie eher zurückhaltend aufgenommen. ("Äh, bißchen kitschig, Mama.") Jungs und Männer haben eben keine Ahnung. Na, klar sind sie ein bißchen kitschig. Das ist ja gerade das Schöne. Ts, ts, ts! Was sie wohl gesagt hätten, wenn ich auch noch die Perlen...
Wie gut ist es da, ein Blog zu haben. Da findet frau kompetente Gesprächspartnerinnen! ;-)
Falls eine, die die Stulpen noch stricken möchte, Probleme hat, bei denen ich weiterhelfen kann, meldet Euch gerne. Ich hab's ja nun - bis auf den Picotrand - einigermaßen verstanden.